Darmstadt, den 04. Februar 2010
Baumeister in winzigen Dimensionen - Beilstein-Institut fördert Verbundprojekt NanoBiCDie Wirkungen von hochenergetischer Strahlung auf Nanobausteine und auf menschliche Zellen wollen Wissenschaftler in Frankfurt und Darmstadt in den kommenden Jahren eingehend erforschen. Ihr Ziel im Verbundprojekt NanoBiC ist es einerseits, wie Handwerker auf Oberflächen exakt nach Bauplan Funktionselemente aufzubauen, etwa Transistoren, Sensoren, Quantenpunkte oder Speicherelemente, und andererseits die Folgen von Höhenstrahlung auf menschliche Zellen im Detail zu verstehen. Dies ist vor allem für bemannte Weltraummissionen sehr wichtig. Das gemeinnützige Beilstein-Institut fördert die Kooperation der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der TU Darmstadt, des GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt und des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) für die nächsten vier Jahre mit 3,6 Millionen Euro.
Es geht bei
NanoBiC um Vorgänge in molekularen Abmessungen, die von außen durch fokusierte
Teilchenstrahlen angeregt werden. Der Projektname "NanoBiC" steht für "Nano,
Bio, Chemistry und Computing". Erforscht werden bei dem Verbundprojekt die
Gesetzmäßigkeiten, nach denen sich Materie in winzigsten Dimensionen nach Auftreten
einer sehr lokalisierten Störung von außen selbst organisiert. "Die treibenden
Kräfte in der Entwicklung der Nanotechnologie", so beschreibt der Sprecher des
Forschungsverbunds, Prof. Michael Huth vom Physikalischen Institut der
Goethe-Universität, eine wesentliche Ausrichtung der Forschungsarbeiten, "sind
die Faszination des ganz Kleinen und die Erkenntnis, welche wichtige Funktionen
auch wenige Atome bereitstellen können."
Ein wichtiges
Forschungsvorhaben von NanoBiC ist es etwa, durch Elektronen- oder
Ionenstrahlen gezielt einzelne Moleküle zu zersetzen und damit punktgenau
Ablagerungen zu platzieren oder chemische Veränderungen an Oberflächen
auszulösen. Das spielt sich in Größenordnungen von einem bis 100 Nanometern ab
– ein Haar, zum Vergleich, ist etwa 100.000 Nanometer dick. In der technischen
Anwendung könnten damit ultrafeine Sensoren, extrem dichte Datenspeicher für
Computer sowie neuartige mikromagnetische oder selbstleuchtende Bauelemente
geschaffen werden. Zusätzlich haben die Forschungsarbeiten von NanoBiC auch das
Ziel, die Auswirkungen von Ionen- und Elektronenstrahlen auf lebende Zellen im
Nanomaßstab zu entschlüsseln. Die Förderung des
Beilstein-Instituts wird 20 zusätzliche Stellen für Wissenschaftler schaffen,
die als Doktoranden oder Postdocs in den beteiligten Instituten an dem Projekt
arbeiten. Das Beilstein-Institut ist eine Stiftung zur Förderung der chemischen
Wissenschaften mit Sitz in Frankfurt am Main. Mit dem Verbundprojekt NanoBiC
ergänzt die Stiftung ihre Förderung für die Nanotechnologie. In Kürze will sie
zudem online das "Beilstein Journal of Nanotechnology" als Open
Access-Zeitschrift herausgeben sowie im Mai 2010 das internationale
Beilstein-Symposium "Functional Nanoscience" in Bozen veranstalten.
Kontakt für Rückfragen:
Dr. Werner Brich
Tel.: 069 – 71 67 32 12
E-Mail: wbrich@beilstein-institut.de
Beilstein-Institut
Trakehner Str. 7-9
60487 Frankfurt am Main
Weitere Informationen unter diesen Links:
Beilstein-Institut:
www.beilstein-institut.de
Beilstein Journal of Nanotechnologie:
www.bjnano.org
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH: www.gsi.de
Prof. Michael
Huth, Physikalisches Institut, Goethe-Universität Frankfurt am Main: http://www.pi.physik.uni-frankfurt.de/thinfilm/index.html
Technische
Universität Darmstadt: www.tu-darmstadt.de
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS): http://fias.uni-frankfurt.de/
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Planckstr. 1
64291 Darmstadt
Öffentlichkeitsarbeit
Kontakt: Dr. Ingo Peter
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