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Darmstadt, den 05. Februar 2010
Christoph-Schmelzer-Preis zum zwölften Mal verliehenAm 4. Februar 2010 wurden Dr. Andrea Mairani von der Universität Pavia / Italien und Dr. Hiroyuki Nose vom National Institute of Radiological Science Chiba / Japan mit dem Christoph-Schmelzer-Preis 2009 ausgezeichnet. Die beiden Wissenschaftler erhielten zu gleichen Teilen den mit 3.000 € dotierten Preis, für ihre Arbeiten im Bereich der Krebstherapie mit Schwerionenstrahlen. Verliehen wird diese Auszeichnung jährlich durch den Verein zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen e.V. für die besten Diplom- und Doktorarbeiten auf diesem Gebiet. Für die beiden Bewerber sprach, dass sie in ihren Forschungsarbeiten Ergebnisse lieferten, die durch den anwendungsorientierten Ansatz der Forschung, direkt in die Behandlung Betroffener einfließen können. Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung bietet als Entwicklungsort dieser außergewöhnlichen Therapieform den passenden Rahmen für die Festveranstaltung.
Die Arbeiten von Dr. Andrea Mairani und Dr. Hiroyuki Nose
werden zu einer besseren Planung der Krebsbehandlung am Heidelberger
Ionenstrahl Therapiezentrum (HIT) führen. Mairanis Arbeit konzentrierte sich
auf die Berechnung der biologischen Wirkung von kernphysikalischen
Nebeneffekten dieser außergewöhnlichen Therapie, wohingegen Nose sich mit den
Streueffekten des Ionenstrahls sowohl theoretisch, als auch im experimentellen
Beweis befasste.
Als Festrednerin konnte PD Dr. Stephanie Combs, Leiterin der
Arbeitsgruppe Neuro-RadioOnkologie an der Klinik für RadioOnkologie und
Strahlentherapie der Universität Heidelberg, gewonnen werden. In ihrem Vortrag
ging sie auf die Rolle der Partikeltherapie in der modernen Radio-Onkologie
ein.
Die am GSI Helmholzzentrum entwickelte Therapiemethode mit
Ionenstrahlen wurde seit 1997 am GSI zur Behandlung von Patienten mit Tumoren
im Kopf- und Halsbereich sowie seit 2006 auch an der Prostata eingesetzt. Sie
ist ein sehr genaues, hochwirksames und gleichzeitig sehr schonendes
Therapieverfahren. Ionenstrahlen dringen in den Körper ein und entfalten ihre
größte Wirkung erst tief im Gewebe, hochpräzise in einem nur
stecknadelkopfgroßen Bereich. Sie werden so gesteuert, dass Tumoren bis zur
Größe eines Tennisballs Punkt für Punkt und millimetergenau bestrahlt werden
können. Das Verfahren eignet sich vor allem für Tumore in der Nähe von
Risikoorganen, wie z.B. dem Sehnerv, dem Hirnstamm oder des Darms.
Aufgrund der guten Resultate des Therapieverfahrens wurde im November 2009 eine spezielle Anlage für Ionenstrahl-Therapie an der Radiologischen Klinik in Heidelberg in Betrieb genommen, das Heidelberger Ionenstrahl Therapiezentrum (HIT). Die Beschleunigeranlage und die Bestrahlungstechnik für HIT haben GSI-Wissenschaftler und -Techniker entwickelt und gebaut. Dort können pro Jahr ca. 1.300 Patienten behandelt werden. Zwei weitere Anlagen in Marburg und Kiel befinden sich im Bau.
 Download des Bildmaterials: 300dpi
72dpi
Foto: G. Otto, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung
Die beiden Preisträger des Christoph-Schmelzer-Preises 2009 Andrea Mairani (m.l.) und Hiroyuki Nose (m.r.) umgeben vom wissenschaftlichen Geschäftsführer des GSI Helmholtzzentrums, Horst Stöcker (l.) und vom Vorsitzenden des Vereins Helmut Zeitträger (r.)
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Foto: G. Otto, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung
Die beiden Preisträger des Christoph-Schmelzer-Preises 2009 Andrea Mairani (l.) aus Italien und Hiroyuki Nose (r.) aus Japan
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Planckstr. 1
64291 Darmstadt
Öffentlichkeitsarbeit
Kontakt: Dr. Ingo Peter
Tel: 06159-71-2598
Fax: 06159-71-2991
Email: presse@gsi.de
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